Monatsarchiv: März 2006

Springtime for Hitler (The Producers)

Mein letzter Besuch im Metropol lag bis gestern schon einige Jährchen zurück. 1989 muss es gewesen sein als ich dort 3 Akkorde für ein Halleluja gesehen habe. Gestern war ich nun mit Bruder E in The Producers.

Toller Film, haben viel gelacht. Normalerweise kann ich mit Filmen in denen die Hauptfiguren plötzlich anfangen zu singen, nicht viel anfangen, aber hier hat es mich gar nicht gestört und die Musik hat sich tief in meine Lauscher reingefressen.
Meine Lieblingspassage bringt die Entnazifierung in Deutschland herrlich auf den Punkt:
„Ich habe noch nicht mal gewusst, dass überhaupt Krieg ist. Unsere Wohnung lag zum Hof und dahinter fing die Schweiz an. Ich habe nur Jodeln gehört.“

Apropos Bruder E…er hat sein blog mal wieder in Gang gesetzt. Ruhig mal reingucken!

The Vanishing Race (Air Supply)

Nun endlich mein Nachtrag zum letzten Sonntag.
Ich hatte das alles schon am Sonntagabend geschrieben und dann ist der Rechner so richtig schön abgestürzt. Stichwort „Blue Screen“.
Also noch mal von vorne.

Am Sonntagnachmittag fand die Präsentation der Deutschen Tourenwagen Masters auf der Kö statt. Bei solchen Umsonst und draussen Events läßt sich der gemeine Düsseldorfer nicht lange bitten und so machten auch wir uns auf den Weg. Schon an der Bahnhaltestelle schwante uns Unheil. Solch eine Menge von Wartenden hatten wir dort zuvor noch nicht gesehen. Die Fahrt zum GAP wurde enrsprechend kuschelig.
Was sich in der 709 andeutete wurde an der Kö dann zur Gewissheit. Viele zu viele Leute! Wir haben uns ein einigermaßen akzeptables Plätzchen gesucht und harrten nun der Dinge, die da kommen sollten. Im Endeffekt haben wir eine Stunde lang eine abgesperrte Strasse angegafft und dem launigen ARD-Mann Claus Lufen gelauscht, der seine Rennserie anpries wie sauer Bier. Doch dann sollte ein Höhepunkt nahen, die Rennfahrer machten einen Spaziergang(!) über die Strecke, schüttelten Hände und verteilten Autogramme. So haben wir also zum Beispiel Heinz-Harald-Frenzen, Jean Alesi und Mika Häkkinen gesehen. Immerhin. Anschließend wurde Inkki jedoch von klaustrophobischen Wallungen erfasst und bevor sie da noch umkippte habn wir lieber den Rückzug angetreten. Somit haben wir also leider keinen einzigen Rennwagen gesehen und keinen Motor aufheulen gehört. Als kleine Entschädigung hat uns das Sensibelchen dann in ein Eiscafé eingeladen.
Am frühen Sonntagabend habe ich mir dann noch meine Kamera und mein neues Stativ geschnappt und habe mich erstmal an Fotos in der Dämmerung bzw. bei Abendlicht gewagt.
Es sind ein paar nette Bilder dabei rausgesprungen (hier zu sehen), ich musste aber auch merken, dass das gar nicht so einfach ist. Man muß schon ein wenig mit Blenden, ISO-Werten und Verschlusszeiten rumexperimentieren. Bis vor einigen Wochen hätte mir das alles noch gar nichts gesagt, aber so langsam erschließt sich mir mein neues Hobby Stück für Stück.

The Circus Came To Town (Mortal God)

Besonders schön wird das Eltern-Sein u.a. dadurch, dass man seine eigenen Kindheitserinnerungen wieder auffrischt und so manches zum ersten mal seit Jahrzehnten wieder neu erlebt.
25 Jahre ist es vielleicht her seit ich das letzte mal im Zirkus war. Bis gestern Abend.
Der Zirkus „Universal Renz“ ist in Neuss und dank Inkkis Job in der Tourist-Info hatten wir eine Freikarte für zwei Erwachsene. Jesper ist eigentlich noch etwas zu klein für solche Aktivitäten, aber da uns der Spaß für die ganze Familie nun nur noch fünf Euro kosten sollte, sind wir mal hingegangen. Wenn man dann früher abhaut hält sich der finanzielle Verlust in engen Grenzen.
Beim Taxieren der restlichen Besucher vor dem Einlass fiel mir erst mal auf, dass es sich beim Zirkus um ein klassisches Unterschichten-Amusement zu handeln scheint, was angesichts der Eintrittspreise (15-25EUR) durchaus überraschend ist.
Im Zelt herrschte eine Bullenhitze, was nicht mit dem beginnenden Frühling sondern mit der lautstarken Arbeit eines Dieselaggregats zu erklären war. 30 Minuten Wartezeit bis zum Beginn, Zeit genung für ein erfrischendes Kaltgetränk.
Dann ging es direkt mit einem vermeintlichen Höhepunkt los, der Tigerdressur.
Hier fängt meine Meckerei dann auch schon an. Ich stehe sicher nicht im Verdacht ein radikaler Tierschützer zu sein, aber Raubtiernummern hinterlassen bei mir einen ganz ganz üblen Nachgeschmack. Schon auf dem Weg zum Zirkuszelt haben wir die Wagen mit den Tigerkäfigen gesehen und ich habe spontan jeden Zoo-Tiger als ausgesprochenen Glückspilz empfunden. Die Dressur an sich war eher unspektakulär. Der Haupteffekt solcher Acts ist ja sowieso zu zeigen, dass der Mensch der wilden Bestie überlegen ist und sich unbewaffnet in Ihre Nähe traut. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Zirkusdompteure die Zeit und Geduld haben solche Auftritte einzuüben ohne die Tiere im täglichen Training immer wieder gründlich zu verprügeln und somit ihre Instinkte zu brechen. Mein Geschmack ist so was jedenfalls nicht!
Anschließend wurden Hunde, Enten und ein Pony durch die Manege gehetzt, womit ich dann auch wiederum kein Problem hatte. Wenigstens den Kindern hat es gefallen und Jesper hat lautstark „Bravo!“ gerufen.
Mich konnte dann schon eher der Jongleur begeistern und zwei Handstand-Akrobaten (wenn man die so nennen kann) mit offensichtlich osteuropäischem Hintergrund, waren richtig klasse. Die Clowns hatten bestenfalls Provinzniveau, was, da wir ja immerhin in Neuss waren, nicht weniger war als wir verlangen konnten. Immerhin hat Jesper ein paar mal laut gelacht, also haben sie ihren Job erledigt.
Jesper wurde im Laufe der Zeit immer unruhiger und quengeliger. Uns war also klar, dass wir spätestens zur Pause gehen mussten. Einige Kamele und eine Luftakrobatin später war der Zeitpunkt dann gekommen. Wenn Jesper erst mal ein, zwei Jahre älter ist, dann hält er sicher auch mal eine ganze Vorstellung durch und sofern wir mal wieder Freikarten ergattern können, würde ich auch gerne noch einmal in einen Zirkus gehen. Vielleicht gastiert hier dann ja mal einer ohne diese überflüssigen Peitschen-Machos.

Moving (Suede)

Im Geiste bin ich mal wieder am Umziehen. Nicht etwa, dass ich schon wieder Kartons packen möchte, Wände streichen oder Laminat verlegen. Nein, es geht um „Düsseldorfin Sanomat“. Ich war ja schon mal kurz davor Blogger zu verlassen, habe es dann aber doch gelassen.
Nun ist es wieder so weit. Mich überkommen nicht ignorierbare Abwanderungsgelüste. Diesmal hat es hauptsächlich zwei Gründe. Zunächst mal die Tatsache, dass es hier nicht möglich ist Kategorien anzulegen unter denen man die einzelnen Posts ablegen kann. So was kann nämlich ungeheuer praktisch sein wenn man nur Posts zu einem bestimmten Thema sucht und nicht das gesamte blog durchsuchen möchte.
Ausserdem habe ich hier nicht die Möglichkeit weitere Seiten anzulegen. Denkbar wäre neben der eigentlichen blog-Seite auch noch ein ausführliches Profil, eine Meinungsseite zu Filmen, Musik o.ä. oder auch eine spezielle ESC-Seite.
Am allerschicksten wäre es natürlich wenn ich es wie z.B. die liebe Frau Nachbarin Chikatze machen würde und mein blog mit WordPress selbst erstellen würde und es dann bei einem Webhoster hochladen würde. Dagegen spricht, dass ich mir das ziemlich kompliziert vorstelle (mein HTML ist ähnlich schlecht wie mein Schwedisch) und dass das nicht kostenlos wäre. Allerdings sehen diese WordPress-blogs schon sehr schick aus! Ob ich mich doch einfach mal rantrauen sollte?

Nun hat sich noch eine Alternative aufgetan: wordpress.com
Hier wird das blog wie die Adresse schon sagt, mit WordPress erstellt, der Autor muss sich damit jedoch nicht herumplagen. Leider hat man jedoch keinen Zugriff auf den Code und kann sich das Layout nicht nach den eigenen Wünschen anpassen. Es stehen ca. 20 Themes zur Auswahl, von todlangweilig bis sehr ansprechend. Was mich nun aber wieder anturnt sind eben die weiteren Seiten und die Kategorien. Eine bloginterne Suchfunktion gibt es auch!
Ich habe probeweise mal dieses blog nach WordPress.com exportiert und das Ergebnis gefällt mir eigentlich ziemlich gut. Bis gestern stellte sich mir noch das Problem, dass ich keine Google-Videos posten konnte, aber nach ein wenig Recherche und etwas Tüftelei bekomme ich das mittlerweile hin.

Tja, nun bin ich wieder mal ratlos und auf Hilfe angewiesen.
Schaut es euch doch hier mal an und lasst mich wissen ob das was taugt.

Morning Has Broken (Cat Stevens)

Es wird mal wieder Zeit für einen kleinen Einblick in den Alltag unseres Videofilmers Rasmus Sten aus Helsinki. Diesmal begleiten wir ihn auf seinem Weg vom Rautatieasema nach Ruolahti:

Shit Jobs For Rock (Jaya The Cat)

Ich bin beim Durchblättern des heutigen Düsseldorfer Anzeigers auf folgendes Jobinserat gestoßen und habe den Mund vor Staunen nicht mehr zu bekommen.

Gesucht wird also ein Student. Ist noch irgendwie nachvollziehbar, schließlich machen die’s für relativ kleines Geld.
Das Grundstudium sollte er abgeschlossen haben? Das leuchtet mir schon weniger ein. Da ich über’s Grundstudium nie hinausgekommen bin, kann ich schlecht beurteilen ob man während des Hauptstudiums seine Arbeit gewissenhafter zu verrichten in der Lage ist.
Über eine abgeschlossene Berufsausbildung sollte der Interessent also im Idealfall auch noch verfügen. Sagt mal, tickt’s bei denen noch richtig?
Die suchen hier jemanden, der nachts auf die Zimmerschlüssel aufpasst und vielleicht mal ’nen Besoffenen in die Flucht schlägt. Wenn man sich diese Anzeige ansieht bekommt man ja eher den Eindruck die suchten einen neuen Geschäftsführer.
Einen neuen Personalchef hätte das „Rheinhotel Vier Jahreszeiten“ auf jeden Fall nötig, wie Frau Herweg mit obiger Annonce selbst unter Beweis gestellt hat.

Lazy (Deep Purple)

Ein freies Wochenende liegt nun hinter mir.

Freie Wochenenden sind ebenso selten wie schön, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los aus diesem nicht genug gemacht zu haben.
Am Samstagvormittag galt es erst mal die Wohnung in Ordnung zu bringen. Wäsche waschen, Saugen, Boden putzen usw… Das Ganze war dann gegen Mittag auch erledigt und alle Beteiligten gönnten sich daraufhin erst mal ein spontanes Mittagsschläfchen. Muss putzig ausgesehen haben wie wir drei da lagen.
Halbwegs ausgeschlafen haben wir dann noch die Wochenendeinkäufe erledigt und somit war der Samstagnachmittag auch schon fast vorbei.
Jesper hat uns am frühen Samstagabend dann völlig überrascht. Gegen sechs sagte er: „Jesper Bett!“. Da wir so was von ihm gar nicht kennen, gingen wir davon aus er wolle sich nur ins Bett stzen und dann seine Bob-der-Baumeister-CD hören. Von wegen! Nur fünf Minuten später hat er tief und fest geschlafen.
Die überraschten Eltern haben den nun so ruhigen Abend dazu genutzt das Finale des Melodifestivalen live per Internetradiostream zu verfolgen. Wenig überraschend hat Carola gewonnen. Inkki war mit dieser Wahl ziemlich zufrieden („ich bin doch mit Carola aufgewachsen“), hätte aber wie ich auch noch lieber BWO als Sieger gesehen.
Als krönenden Abschluß des Abends haben wir uns dann noch das DSDS-Finale angeschaut. Mit Sendungen wie diesen ist es ungefähr so wie mit Juusto-Snacks. Ist die Tüte erst mal geöffnet, dann futtert man bis sie leer ist, auch wenn einem mit jedem Bissen immer übler wird.

Am Sonntag hatte sich Besuch angesagt. Kleiner Bruder und Mutter kamen zum Mitagessen. Eine willkommene Gelegenheit mein aktuelles Lieblingsgericht zu kochen: Gulasch mit selbstgemachten Semmelknödeln. Dieses Gericht ist natürlich ein Klassiker, aber damit läßt sich prima demonstrieren, dass die jungen Leute nicht nur Pasta und Asian-Crossover auf den Teller bringen können. Danach ein kleiner Verdauungsspaziergang, ein Tässchen Kaffee und auch der Sonntagnachmittag war rum.
Jeder von uns dreien verzog ich an seinen Lieblingsplatz. Jesper vor den DVD-Player, Mama in die Badewanne und Papa an den PC. Vom ganzen Nichtstun waren wir so müde, dass wir ab 21 Uhr ständig einschliefen und den Tag folgerichtig für gelaufen erklärten.

Wie gesagt, so ganz ausgelastet haben wir uns nicht gefühlt und das herrliche Wetter hat das sich breitmachende schlechte Gewissen nur noch verstärkt. Aber ab nächsten Freitag habe ich sage und schreibe sechs Tage und dann werden wir sicher aktiver werden. Ein Programmpunkt steht dafür schon mal fest: DTM-Präsentation auf der Kö am Sonntag.