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Let there be Rock

Bei jedem Flug nach Helsinki fällt mir erneut auf, dass sich überdurchschnittlich viele junge Leute mit langen Haaren, schwarzen Klamotten und Band-Shirts unter den Fluggästen befinden. Finnland ist tatsächlich so etwas wie die Heavy-Metal-Hochburg Europas. Diese Musik ist hier allgegegenwärtig und nicht ohne Grund waren die letzten drei Beiträge Finnlands zum Eurovision Song Contest (Lordi, Hanna Pakkarinen, Teräsbetoni) den Genres Hardrock und Heavy Metal zuzurechnen. Im Radio kann man sich dank Radio Rock Helsinki rund um die Uhr auf die härtere Tour verwöhnen lassen und in den Top 10 der aktuellen finnischen Album-Charts finden sich fünf sehr rockige Acts. Wie sehr die Rockmusik hier im Mainstream angekommen ist zeigt auch ein Werbespot für Grandiosa-Pizza, der so in Deutschland unvorstellbar wäre:

Wahrscheinlich fühle ich mich nicht zuletzt deswegen auch immer wieder so wohl in Finnland.

SUOMI-ROKKS

Das eh schon großartige Musikportal Laut.de bietet seit einigen Monaten einen noch viel großartigeren Dienst an. Es ermöglicht jedem Nutzer, seinen eigenen Webradiosender zu betreiben. Die Musik, die dort zum Einsatz kommt, sucht der Betreiber aus dem Laut.fm-Pool aus, den er auch selber mit Musik von seiner Festplatte bestücken kann. Laut.fm protokolliert genau, welche Songs wie oft zum Einsatz kamen und führt die anfallenden GEMA-Gebühren entsprechend ab. Rechtlich bewegt man sich so als Betreiber seines Radios auf sicheremTerrain.

Nun präsentiere ich also SUOMI-ROKKS. Wie der Sendername schon unverblümt andeutet, gibt es unter der Adresse laut.fm/suomi-rokks nun reichlich finnische Rockmusik auf die Ohren. Teils auf Finnisch und teils auf English. Mal melodiös und mal kraftvoll direkt. In typischer Radiomanier darf ich auch großspurig verkünden: „Das Beste der Achtziger, Neunziger und die Hits von heute!“.

Wie bei jedem üblichen Radiosender auch gibt es keine öffentliche Playlist und man kann die Titel auch nicht überspringen. Ist bei SUOMI-ROKKS im Gegensatz zu so manchem herkömmlichen radio aber auch absolut unnötig! Ihr könnt den Sender wahlweise auf der Website hören, ihn in einem kleinen Widget abspielen oder auch mit jedem üblichen Mediaplayer aufrufen.

Bei der ersten Song-Auswahl bin ich auf ein grandioses Stück aus dem Jahr 1980 gestoßen. Als kleine Kostprobe hier also Maukka Perusjätkä – Vaatteet:

Disappear

Sollten die „No Angels“ als unsere Repräsentanten beim ESC in Belgrad(?) noch kurzfristig absagen, dann empfehle ich einfach mal Steffen aus Thüringen mit seiner wunderbaren Akkustikversion von „Disappear“:

Shout It Out Loud – Der Contest

Es gibt doch sicher unter meinen Lesern den einen oder anderen Liebhaber von (*Schublade aufzieh*) Alternative Music, oder wie auch immer man Rockmusik abseits des Mainstreams nennen will. Für all diese ist vielleicht mein Musik-Contest „Shout It Out Loud“ eine interessante Spielerei.

Was soll das denn sein? Jeder Teilnehmer benennt zwei Songs aus dem o.g. Genre und schickt diese dem Contestveranstalter, also mir. Ich mache da eine MP3-CD draus, bastel ein hübsches Cover dazu und verschicke diese an alle Teilnehmer. Nun hat jeder einen netten Alternative-Sampler mit Teilnehmeranzahl mal X Songs, weiß jedoch nicht wer welche Songs eingereicht hat. Jetzt haben alle einige Wochen Zeit sich die ganzen Songs in Ruhe zu Gemüte zu führen und bis zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt ein Voting zu erstellen, in dem jeder seinen Favoriten Punkte zuteilt. Seine eigenen Songs darf man natürlich nicht bepunkten. Wie viel Punkte man verteilen darf hängt dann von der endgültigen Teilnehmeranzahl ab und wird natürlich rechtzeitig bekanntgegeben. Ich krame dann meinen Taschenrechner hervor und addiere die Pünktchen. Danach veröffentliche ich die einzelnen Votings, was sich über mehrere Tage hinziehen wird. Es soll ja schließlich ein wenig Spannung aufkommen. Nach dem letzten Voting steht dann der Sieger des Contests fest. Alles klar?

Die anfallenden Kosten für CD-Rohlinge, CD-Hüllen, Versandtaschen und Porto werden brüderlich aufgeteilt. Es wird also keine Teilnahmegebühr fällig sondern nur ein Unkostenbeitrag zur gröbsten Deckung der Kosten. Wie hoch der sien wird kann ich natürlich erst sagen wenn feststeht wie viele Leute mitmachen.

Etwas schwierig ist natürlich die Eingrenzung auf den Bereich Alternative. Ist ein Künstler bereits nicht mehr „Alternative“ weil er kommerziellen Erfolg hat? Ist Band XYZ nicht viel zu poppig um „Alternative“ zu sein? Ich habe diesen Contest bereits zwei Mal veranstaltet und an diesem Punkt war es echt nicht immer leicht. So manches Mal habe ich zähneknirschend einen Song mit rein genommen, der eigentlich eher im Mainstream anzusiedeln war und auch der eine oder andere Teilnehmer musste sich mal nach ’nem anderen Song umsehen weil der ursprünglich ausgewählte dann doch deutlich das Thema verfehlte. Ich sag’s mal so: Die Ärzte oder Green Day mögen gute Bands sein, „Alternative“ sind sie aber sicher nicht. Tendenziell könnte man vielleicht sagen, dass Bands die in einer Zeitschrift wie Visions vorkommen, auch gut zum Shout It Out Loud passen würden.

Vielleicht hast gerade DU Lust bekommen mitzumachen? Dann schreib doch einfach an:

siolcontest@gmail.com

Auch Freunde und Leser aus dem Ausland sind herzlich willkommen. Gerade in Finnland gibt es ja reichlich Auswahl an passender Musik!

P.S.: Ich selber und auch Inkki werden ebenfalls an dem Contest teilnehmen. Ich hoffe, niemand will da eine Wettbewerbsverzerrung wittern. Inkki wird keine zusätzlichen Infos von mir bekommen und ich werde auch definitiv kein Kapital aus meinem Wissensvorsprung schlagen. Großes Indianerehrenwort!

In Rainbows

Endlich, endlich, endlich! Es gibt ein neues Album von Radiohead! Dass Radiohead neue Vertriebswege gehen indem sie ihr neues Werk zunächst nur als Download zu einem vom Käufer selbst zu bestimmenden Preis anbieten, sorgte ja schon für reichlich Aufruhr. Wie zuletzt bei Spiegel Online zu lesen war, verkauft es sich ganz prächtig und die Mehrzahl der Downloader ist auch bereit dafür zu bezahlen. Mir war es 5 englische Pfund wert und ich hoffe wirklich, dass das Beispiel Schule macht. Bei Anbietern wie iTunes oder Musicload würde ich nie kaufen. DRM-gefesselte Musik macht in meinen Augen keinen Sinn. Ich möchte mir keine Gedanken darüber machen müssen wie oft ich ein legal erworbenes Produkt auf CD brennen oder auf ein portables Gerät überspielen darf. Da kaufe ich mir lieber gleich die CD oder schaue mich bei emusic um, die ein großes Angebot an DRM-freier Alternative-Musik im Angebot haben.

Und wie ist sie nun, die neue Radiohead? Mal wieder fantastisch. Etwas leichter zugänglich als Amnesiac oder Kid A, dabei immer noch gewohnt komplex und fordernd. Eine ganze Ecke besser als das Soloalbum Eraser von Thom Yorke, das mich doch ein klein wenig enttäuscht hatte. Wer ein bißchen was für gute Musik übrig hat sollte also die Kreditkarte zücken und hier downloaden.

Yacht!

Gestern war ich beim Konzert von „Architecture in Helsinki“ im ZAKK. War ganz okay, aber so richtig toll war der Support-Act „YACHT“. Sehr schön ist die Selbstdarstellung im Myspaceprofil:

„YACHT, is an amalgamation of self-taught dance moves and anthemic electro-power jams all played backwards and covered in cherry cola.“

Handbuch für die Welt

Anfang der Neunziger habe ich mich beinahe jeden Donnerstagabend im ZAKK herumgetrieben. Das waren immer spaßige Abende mit jeder Menge toller Musik. Letzten Dienstag war ich nun erstmals seit bestimmt 12 oder 13 Jahren mal wieder dort und zwar gemeinsam mit Bruder Elmar zum Konzert der Fehlfarben. Das sind ja echte Düsseldorfer Lokalhelden und darum wurde es auch höchste Zeit die mal live zu erleben. Sänger Peter war zwar nicht ganz bei Stimme, wie er selber unumwunden zugab, doch er wusste dieses kleine Manko durch seine dunkelblauen Lederslipper mit güldenen Applikationen auf ganzer Linie wettzumachen. Leider war der Sound extrem matschig, was allerdings auch an unserem Platz gelegen haben kann. Wir waren zwar extrem nah an der Bühne, aber sogar noch ein Stückchen näher an einer der Boxen. Das hat dem Spaß aber keinen Abbruch getan. Die Fehlfarben sind und bleiben einfach ’ne geile Band und wenn sie das nächste mal in DUS aufspielen, dann bin ich mit Sicherheit wieder am Start!